Siegenhofen HausNr. 13

" Wasserwerk "

 
Baubeginn der Wasseranlage im Oktober 1908.
Für diese Versorgung wurden die vier Quellen, die aus den umliegenden Hügeln entsprangen zusammengefasst (Wasserhäuschen) und ein Brunnen dazu gebohrt. Um den Brunnen mehr Wasser zu entnehmen wurde später noch tiefer gebohrt.
Bei einer Tiefe von 45 m erreichte man weiteres Wasser, welches jedoch sehr eisenhaltig war und damit ungeeignet als Trinkwasser. Dieses Wasser und das Überlauf-Wasser wurde dann in den Bach abgeleitet.

Am 26.Nov.1909 wurde die Pumpanlage in Siegenhofen in Betrieb genommen und am 29.Nov. stand dann den ca. 750 Haushaltungen (das längst ersehnte Wasser)
in Schwandorf und in Siegenhofen zur Verfügung. Für Siegenhofen wurde eine separate Versorgung mit Resev am Hirtberg gebaut.
Siegenhofen hatte somit als erster Ort im Umkreis „Wasser aus der Leitung“ und dazu noch ohne Kosten und Verbrauchsgebühren.
Die jährlich Reinigung des Hochbehälter die von Bauern selbst erledigt wurde, stellte für uns Kinder immer ein besonderes Ereignis dar. Das Wasser für die Stadt  wurde von Siegenhofen zum Hochreservoir Scheckenberg gepumpt und von da nach Schwandorf geleitet.

Vils-Naab-Wasserversorgungsgruppe.
Am 22.Sept. 1910 kam es zur Gründung des Vereins "Vils-Naab-Wasserversorgungsgruppe" mit Sitz in Pottenstetten. Am 30.Juli 1911 stimmte der Stadtmagistrat von Schwandorf dem Vertragswerk mit dem Verein Vils-Naab einstimmig zu. Im Sommer 1911 rückten Fachleute mit notwendigen Material an und begann mit zahlreichen einheimischen Helfern (Stundengeld 40 Pfennigen) in mehreren Kolonnen mit den Grabungs- und Rohrverlegungsarbeiten.
Am Scheckenberg wurde neben dem Schwandorfer Hochbehälter (250 Kubikmeter) ein weiterer Wasserreservoir (300 Kubikmeter) errichtet.
 
Am 29. August 1913 bestätigte die Regierung die vollständige Fertigstellung. Insgesamt wurden 449346,31 Mark investiert für eine ausreichend sichere Versorgung mit Trink- und Nutzwasser aus Siegenhofen für 62 Dörfer, Weiler und Einöden in elf Gemeinden auf den wasserarmen Jurahöhen zwischen Naab und Vils. Als Schwandorf neue Wasserquellen erschlossen hatte, wurde das Pumpwerk um 1955 (1970/71) stillgelegt.

Um 1957 (1980) wurde Siegenhofen dann aus dem Wassernetz Rieden versorgt.
In der Zwischenzeit kam das Wasser für Siegenhofen zurück über die Pumpleitung vom Hochbehälter Scheckenberg.
Auch die Vils-Naab-Gruppe erschloss Bohrungen und baute ihr eigenes Wassernetz.

Pumpemwärter Wasserwerker 1910 war Paul Klau.
Aus dem Sterberegister Rieden (Seite 561/4) ist zu sehen, daß  Johann Klau ( 4 Monate alt) ehel. Sohn des Paul Klau Pumpenwärter in Siegenhofen und dessen Ehefrau Maria geb. Hofmann am18.3.1910 gestorben ist.

Dozler Martin war 1926 Wasserwerker.
Auch aus Sterberegister Rieden: gest. ist am 19.12.1926 Anton Dozler, wenige Tage alt, Sohn des Maschinenmeisters in Siegenhofen und dessen Ehefrau Anna geb. Weinsch (Lokomotivführerstochter aus Schwandorf).

Nach 1945 bis zum Ende war Baier aus Rieden der Wassermeister.
Quelle: Aus einem Bericht von Karl Trettenbach

Zurück zu Hoefe